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ACOS-Serie · Teil 3 ·

Kapazität ist Budget

»Ich bin erschöpft« klingt nach Gefühl. In einem gut gebauten Arbeitssystem ist es eine Kontostandsmeldung: Das Budget ist leer. Wer Energie wie Geld behandelt, hört auf, Menschen zu überziehen — und fängt an, Systeme zu bauen, die sich ihre Ausgaben leisten können.

Löffel und Betriebskosten

Das Bild stammt von Christine Miserandino: Jeder Tag beginnt mit einer begrenzten Zahl von Löffeln, und jede Handlung kostet welche. Auf Arbeit übertragen heißt das: Nicht nur die Aufgabe kostet, sondern auch alles drumherum — der Kontextwechsel, das Meeting, das Masking. Und die Betriebskosten sind nicht für alle gleich: Wer gegen sein eigenes Betriebssystem arbeitet, zahlt für denselben Arbeitstag mehr Löffel als jemand, für den das System gebaut wurde.

Der Dispo-Kredit des Körpers

Man kann überziehen. Adrenalin und Cortisol sind der Überziehungsrahmen des Körpers — und wie jeder Dispo hat er Wucherzinsen: Wer sich heute zwei Stunden Energie aus der Zukunft leiht, zahlt sie morgen mit Aufschlag zurück. Burnout ist keine plötzliche Schwäche. Burnout ist die Kontokündigung nach Jahren im Minus.

Drei legitime Betriebsmodi

Deshalb kennt ACOS drei gleichberechtigte Arbeitszustände — wie die Akkustufen am Smartphone:

Ein System, das nur »Normal« kennt, zwingt Menschen zum Schauspielern, sobald das Budget knapp wird — und bezahlt das mit Fehlern, Ausfällen und Abgängen. Ein System mit drei Modi bekommt ehrliche Kontostände. Und wer die Wahrheit über seine Kapazität kennt, kann planen. Alles andere ist Hoffnung mit Gantt-Chart.

Aus der ACOS-Serie. Grundlage: das ACOS-Handbuch (noch unveröffentlicht, erscheint in Kürze) und das Buchmanuskript »Die Neurocompatible Company«. Die Löffel-Metapher stammt von Christine Miserandino (Spoon Theory).
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